Ansichtssache: September

Shownotes

Zwischen Gerichtssaal, Fußballfieber und Zukunftsfragen: Auch im September liefert Hamburg reichlich Gesprächsstoff. Amelie Deuflhard von Kampnagel und Daniel Schütter vom Ernst Deutsch Theater schauen darauf, was die Stadt beschäftigt hat und welche Gedanken sie dazu haben.

Wie viel Spektakel verträgt die Berichterstattung über den Block-Prozess? Was bleibt vom Jahrhundertspiel des HEBC gegen Borussia Dortmund? Und wofür sollte Hamburg zusätzliches Geld ausgeben? Amelie und Daniel sprechen außerdem über die Zukunft von Wissenschaft und Kultur, entwickeln Ideen für neue Festivals und überlegen, wie Hamburg lebenswerter werden könnte.

Zum Schluss geht es im Hamburg-Knigge um die kleinen Reibungspunkte des Stadtlebens: spontane Fotostopps an den Landungsbrücken, Lärm auf dem Kiez und die Frage, welche Stadtteile viel zu selten Aufmerksamkeit bekommen.

Ein September-Rückblick mit persönlichen Einschätzungen, neuen Ideen und viel Hamburg.
Deuflhard & Schütter sagen, was Sache ist.

Transkript anzeigen

00:00:15: Liebe Amelie und lieber Daniel, herzlich willkommen zu Ansichtssache Hamburg.

00:00:19: Hallo!

00:00:21: Hallo Liz, hallo Ameliii.

00:00:22: Hi!

00:00:24: Dieses Mal blicken wir zurück auf den September.

00:00:26: In Hamburg war wieder einiges los – was hat die Stadt bewegt?

00:00:30: Worüber wurde diskutiert und wie steht ihr beide dazu?

00:00:34: Auf geht's!

00:00:35: Unsere Hamburg-Themen.

00:00:37: Der Blockprozess zieht sich.

00:00:39: In der Schlussphase des Mammutverfahrens um die Entführung der Blockkinder beschäftigen zahlreiche neue Anträge und weitere Zeugen das Landgericht Hamburg.

00:00:48: Zugleich geht es inzwischen um die persönlichen und wirtschaftliche Verhältnisse der Beschuldigten, mehrere angeklagte Berichteten von finanziellen Belastungen, Schulden und den Folgen der langen Verfahrensdauer.

00:01:00: Wie viel Boulevard- und Unterhaltung verträgt die Berichterstattung über einen solchen Familienstreit?

00:01:07: Also ich glaube erstmal, dass es super wichtig ist das ganze journalistisch aufzuklären.

00:01:14: Es geht immerhin um eine Familie die sich nicht unerheblich auch in die politischen Belange dieser Stadt eingemischt hat zu Zeiten von Schild damals und so und auch rechte Kräfte finanziell immer weiter unterstützt hat und offensichtlich sich das Gefühl hat über dem Gesetz zu stehen.

00:01:34: Und da habe ich das Gefühl, es muss journalistisch aufgeklärt werden.

00:01:41: Ich verstehe natürlich dass immer wieder ein Schutzmechanismus kommt indem man sagt was ist mit den Kindern?

00:01:47: Die Kinder müssen geschützt werden aber in dem Moment in dem sozusagen eine sehr reiche Familie ein solches Signal sendet, dass es offensichtlich das Gefühl hat für uns gelten die Gesetze nicht finde muss das ganze journalistisch sehr gut aufgeklärt werden.

00:02:05: Also ich stimme dem grundsätzlich natürlich zu und bin auch dagegen, rechte Parteien zu finanzieren mit seinem hart erarbeiteten Geld.

00:02:15: Das einzige was ich finde ist nicht so die wahnsinnig seriösische journalistische Aufarbeitung, mit der wir da zu tun haben weil wir haben es schon mit einer sehr starken Spektakelpresse zu tun, Also ich bin mir relativ sicher, dass das inzwischen die best gelesenen Artikel mit riesigem Abstand im Hamburger Abendblatt sind.

00:02:38: Deswegen wird eben auch inzwischen jeden zweiten Tag berichtet und der Mehrwert ist ja nicht so riesig normalerweise.

00:02:44: Nicht fragt mich tatsächlich jetzt schon was macht es Abendblatte wenn dieser Fall endlich mal entschieden wird?

00:02:52: Ja, also ich stimme dir absolut zu.

00:02:55: Also es ist natürlich die Frage was ist Qualitätsjournalismus und was ist spektakel Journalismus?

00:03:02: Innerhalb eines eines guten Journalismus finde ich muss das aufgeklärt werden.

00:03:07: sich da draufzustürzen und über jede Kleinigkeit zu berichten ist natürlich eine andere Sache.

00:03:14: Das hatten wir ja bei Timmy zuletzt

00:03:20: auch.

00:03:23: Der HEBC kämpft bis zum Ende.

00:03:26: Jahrhunderts Spiel gegen den BVB im Volksparkstadion.

00:03:30: Am ersten September empfing der HEBC im Volksparkstadion Borussia Dortmund zum DFB-Pukal.

00:03:35: Für den Einsbittler Fünftligisten war die Partie ein Jahrhunderspiel, rund um die Parties wurde ganz Hamburg lila – der Stadtteil rückte und hielt zusammen!

00:03:45: Inwiefern zeigt das Spiel, welche verbindene Kraft Sport und Kultur für eine Gesellschaft

00:03:50: haben können?

00:03:51: Also ich muss erst mal sagen, ich merke jetzt wie toll es ist diesen Podcast mit euch zu machen.

00:03:57: Denn ich kannte vorher den HEBC überhaupt nicht und bin jetzt dadurch erst draufgestoßen.

00:04:02: irgendwie muss ich verpasst haben Hamburger Abendlat zu lesen.

00:04:05: vielleicht war ich gerade im Ausland keine Ahnung also ich habe das gar nicht mitgekriegt.

00:04:10: Ich weiß auch leider nicht wie's ausgegangen ist.

00:04:13: aber es ist natürlich klasse wenn Fünfteligist, der offensichtlich irgendwas mit Lila, VB Lila zu tun hat.

00:04:23: Gegenbrust der Dortmund spielt im Volksparkstadion.

00:04:27: Das ist schon mega und das ist auch toll!

00:04:29: Und da passiert auch was mit Fußball – mit den Leuten die das ja gar nicht gewöhnt sind in den ganzen Fans von dem Verein und so.

00:04:37: Ja, da kann man schon sagen, also Sport verbindet.

00:04:40: Ich verfolge ja eh mit großer Freude natürlich immer die Außenseitervereine.

00:04:46: Und das ist jetzt so ein super Außeseiterverein, als Fünfteligist und es ist toll wie die Fans dann überall hinreißen und dann wird es zu einem Jahrhundertspiel.

00:04:59: Also mich freut sowas!

00:05:01: Mich auch total.

00:05:02: Ich hab's noch ein bisschen mitbekommen.

00:05:03: bei unserer gemeinsamer Freund Enrique Fisk hat, glaube ich da moderiert auch und so.

00:05:10: Und das habe ich ein bisschen auf Instagram mitbekommen.

00:05:12: generell bin ich mich hatte nie.

00:05:17: Mich persönlich hat Sport nie begeistert.

00:05:19: Das liegt aber, glaube ich daran, dass sich nie aufgewachsen bin in einem Haushalt und dem Sport ein Thema gespielt hat.

00:05:25: Ich finde es aber natürlich wundervoll wenn viele Menschen zusammenkommen irgendwie gemeinsam durch Emotionen gehen und natürlich auch sich solidarisieren mit einem Außenseiter.

00:05:37: da bin ich erst mal freue mich mega, find ich super!

00:05:43: Okay dann das nächste Thema Knapp eine Milliarde Euro mehr für Hamburgs Haushalt, zwei Tausendsechsundzwanzig.

00:05:50: Wegen gestiegener Kosten muss der Haushalt um rund eine Milliarder Euro aufgestockt werden.

00:05:55: Der Senat will das Geld aus der Rücklage von mehr als drei Komma zwei Milliarden Euro nehmen.

00:06:01: Mehr Ausgaben fallen unter anderem für Pensionen-Kitas sowie die Unterbringung und Integrationsschutzsuchende an.

00:06:08: Ursprünglich waren zwanzig Komma fünf Milliarden Euro eingeplant.

00:06:13: Wenn ihr als Finanzsinnatorin oder als Finanzsinator eine Milliarde Euro zusätzlich zur Verfügung hättet, in welche drei Bereiche würdet ihr das Geld investieren wenn Kultur diesmal ausgenommen ist?

00:06:26: Also erstmal muss ich sagen dass finde ich vieles logisch.

00:06:32: Die Sachen werden teurer.

00:06:33: da sind wir von der Kultur permanent mit beschäftigt.

00:06:36: Wir müssen irgendwie immer weiter versuchen trotz nicht steigender Subventionen irgendwie zu versuchen, das auszugleichen was die an mehr kosten haben und so.

00:06:47: Und das ist mega hart.

00:06:48: also ich finde es irgendwie logisch dass das Ausgaben steigen und gleichzeitig habe ich irgendwie das Gefühl werden Sachen ausgegeben für Dinge wo ich ihn nur mit dem Kopf schüttel.

00:06:59: ich meine wir hatten jetzt gerade letztes Wochen in der Redstone Charlie.

00:07:03: Ich weiß gar, es wird mir auch nur schlecht bei wenn ich irgendwie das Gefühl habe zunehmend in einer militarisierten Gesellschaft zu leben.

00:07:12: Finde ich grauenvoll!

00:07:14: Insofern erstmal die Themenfelder, die du genannt hast gerade für die mehr Geld ausgegeben werden soll finde ich per se erst mal gut dass dafür mehr Geld ausgegeben wird.

00:07:26: Insofern ja absolut.

00:07:29: Gerade in Schulen, gerade in die Nachwuchsförderung, grade in die Sozialbereiche muss mehr Geld fließen und das finde ich sehr wichtig.

00:07:39: Also weil wir Kultur ja nicht sagen dürfen, obwohl wir alle wissen dass jeder Euro der in die Kultur investiert wird, drei Komma fünf euros produziert ist gerade in Berlin eine Riesenstudie gemacht worden, weil in Berlin gab es ja so harte Kulturkürzungen.

00:07:54: Okay, obwohl wird es wissen um natürlich deswegen fänden, dass mehr Geld in die Kunst kommen müsste.

00:08:01: Ich sehe gerade ein riesiges, riesiges Lack in der Wissenschaft.

00:08:05: Ich war heute morgen im Kongress, der heißt Water City, im Oberhafen ganz tolles Gebiet und das waren Konkrets wo hauptsächlich Architekten und Stadtplaner aus der ganzen Welt waren.

00:08:16: Und ich habe zum Beispiel erfahren, dass fünfzig Prozent – ich glaube nicht vom Gesamtbudget aber sagen wir mal von Spielgeld an der HCU.

00:08:25: Also in der Wissenschaft wird so brutal gekürzt und Hamburg hat ja wirklich zwanzig Jahre lang daran gearbeitet, endlich auch mal in der Wissenschaft irgendeine Rolle zu spielen.

00:08:34: Wir wissen alle die spätest gegründete Universität, die es überhaupt gibt in Deutschland wahrscheinlich in Europa weil lange hat man gedacht in Hamburg wir brauchen gar keine Universitäten.

00:08:43: das können wir alles mit Handeln machen.

00:08:44: und so wie bilden die Kinder unsere Freunde selber aus und machen sie von einem Haus zum anderen.

00:08:50: Und da sehe ich aber richtig schwarz, wenn wir sagen, wir wollen die jungen Leute nicht mehr fördern.

00:08:55: Wir sind es egal, die schon irgendwo anders studieren.

00:08:57: Das ist ein riesiges Problem.

00:08:58: Es betrifft alle Bereiche in der Wissenschaft und Forschung.

00:09:02: Da würde ich gleich mal auch nicht was reinknallen.

00:09:05: Ja bitte!

00:09:06: Ich glaube generell muss es in eine Richtung gehen, denn wenn wir davon sprechen wollen zukunftsfähig zu sein – wenn man das auch immer all diese Sachen so bedeuten soll sind das genau die Wissenschaft, Nachwuchsförderung, Kulturförderungen.

00:09:23: Die wir ja natürlich überhaupt nicht nennen und das Soziale einfach absolut

00:09:28: wichtig.".

00:09:30: Dann kommen wir jetzt doch noch mal zur Kultur – und zwar Hamburgs große Kulturfestivals!

00:09:36: Das Filmfest Hamburg zeigte vom vierundzwanzigsten September bis heute den dritten Oktober hundertviertzehn Filme aus vierundsechzig Ländern.

00:09:44: Auch das Harbourfront Literaturfestival ist gestartet.

00:09:47: Bis zum elften Oktober stehen mehr als siebzig Veranstaltungen mit großem Namen und neuen Stimmen auf dem Programm.

00:09:54: Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr das Thema Amerika.

00:09:58: Welches Festival fehlt Hamburg eurer Meinung nach noch?

00:10:02: Also ich liebe ihr Festivals, ich mag es immer mal wieder auch selber.

00:10:07: Ein Festival hat ja einen stärkeren Eventcharakter natürlich als eine Spielzeit was wir alle auch machen Und ich mag das sehr gerne, aber in Anbetracht der knappen Kassen im Moment und dass es ja noch weitere tolle Festivals gibt wie Sommerfestival auf Kampfnagel.

00:10:21: Das den ganzen August war Reprobahn-Festival und so weiter.

00:10:24: Es gibt dann auch ganz viele andere.

00:10:25: Ich glaube, das Performance-Dieter Festival war auch gerade ...

00:10:30: Aber ich glaube im Moment wenn so viel gekürzt wird wäre es eigentlich fast besser mehr in die Infrastrukturen der Häuser zu geben als immer noch ein Festival, noch einen Event.

00:10:42: Und wenn ich überhaupt eins machen würde, aber wahrscheinlich auch nur weil ich von heute morgens so inspiriert war.

00:10:47: Von dieser Tagung würde ich was zum Wasser machen also ein Festival zwischen Wissenschaft und Kunst zum Thema Wasser das die Stadt extrem prägt.

00:10:56: Ich träume ja immer davon dass man irgendwann mal einen so ein festival hat in dem wir die ganze stadt umbauen und zwar auf einer Art und Weise, in der wir sehen könnten.

00:11:08: Wenn wir mal so eine Woche lang oder ein Wochenende lang sehen können.

00:11:12: was würde passieren wenn in einer nachhaltigen Stadt leben würden, indem der Autoverkehr nur dreißig ist.

00:11:20: In der die überall an den promenaden Straßenmusiker spielen dürfen.

00:11:27: In dem man diese Stadt so umbaut dass sie sich eine ganze Woche lang so verhält wie die Zukunft sein könnte.

00:11:35: In der wir davon träumen könnten, in der wir eine Utopie erschwinden könnten und das einfach mal eine Woche durchziehen damit wir sehen könnten ah so könnte es sein!

00:11:45: Und dass man einmal wieder zurückfällt in so einer Form von Utopia-Bildung und dem nachzueifern, dass wir nicht immer nur eine Zukunft zeichnen die dystopisch ist sondern irgendwie mal wieder Bock haben auf Zukunft Das finde ich so ein zukunftsgerichtetes Festival, was zwischen Wissenschaft und Kultur und Leben in der Stadt so eine Brücke schlägt.

00:12:10: Das find' ich geil!

00:12:11: Also ich find's cool... Ich steig damit ein, Daniel, das machen können wir auch zusammen und dann da... Machen wir einfach.

00:12:17: Vielleicht denkt man es ist Wasser da auch noch irgendwie rein als ja doch die Lebensader hier in Hamburg?

00:12:22: Da hab' ich nämlich auch einen Basis gesehen.

00:12:23: Die würden extrem gut zu deinem Entwurf passen.

00:12:27: Ich wünsche mir, also so eins meiner großen Lifegoals ist auf jeden Fall irgendwann es zu schaffen.

00:12:34: Mit dieser wundervollen Stadt dass wir mit der Alster ein riesiges Schwimmbad haben und wo wir da einfach wieder einfach reinspringen können und die Stadt sich einfach richtig für die Menschen anfühlt, die in der Stadt leben.

00:12:47: ich habe das Gefühl wir legen super oft Fokus auf Tourismus usw Und irgendwie Musical statt Hamburg und so weiter und sofort.

00:12:59: Aber ich finde es ein bisschen noch lebenswerter für die Menschen, die hier sind.

00:13:05: kann man es gestalten.

00:13:07: Voll lustig Daniel ist.

00:13:08: genau das habe ich heute Morgen auf dem Pferdl auch gesagt.

00:13:15: Da geht doch was!

00:13:20: Die nächste Nachricht ist der Doppelmord im Karo-Viertel.

00:13:23: Zwei Männer starben Nach den tödlichen Schüssen auf einem Gewerberhof.

00:13:27: an der Lagerstraße sind die Hintergründe der Tat weiterhin unklar.

00:13:31: Die Polizei ermittelt in verschiedene Richtungen, im Fokus stehen mögliche Streitigkeiten im kriminellen Milieu zwischen zwei Gruppen mit teils mafiosen

00:13:39: Strukturen.

00:13:41: Wie es zu der Eskalation kam und was genau hinter der Tat steckt ist bislang nicht geklärt.

00:13:54: Also ich persönlich glaube, dass man super schnell das Gefühl haben.

00:13:57: Kriminalität ist sozusagen etwas Böses und dann wird von Abschiebungen und von was weiß ich gesprochen?

00:14:03: Wenn wenn was migrantisiertes mit dazu kommt usw.

00:14:07: Und Ich finde hauptsächlich problematisch zu gucken Was ist überhaupt der näher Boden für kriminalität?

00:14:13: ja also irgendwie mal mehr darauf zu achten warum Rutschen Menschen in die Kriminalität.

00:14:20: Und was muss man vielleicht als Gesellschaft im Sozialbereich verändern, um Kriminalitätspräventiv zu verhindern anstatt immer dann hinterherzugucken?

00:14:33: Wie fangen wir sie wieder ein?

00:14:34: und ich glaube da haben wir noch einiges zu lernen!

00:14:38: Absolut.

00:14:38: Ich glaube, in dem Thema finden wir leider auch keinen Streitpunkt.

00:14:43: Niemand wird halt als Krimineller geboren.

00:14:46: Das ist niemandem in die Wiege gelegt.

00:14:49: Er is einem Armut sozialer Ausschluss ... Solche Schwierigkeiten sind eher in der Wiege gelegt als das, dass man als Kriminaler auf die Welt kommt und ich glaube, es ist ja auch so ein bisschen was beunruhigendes.

00:15:02: also wirklich im direkten Anschluss zu dem, was du grade gesagt hast, Daniel dass wir sehen, dass alle sozialen Hilfen Integrationsgeschichten aktuell von der Bundesregierung gekürzt werden und das ist extrem beunruhigend.

00:15:21: Weil genau das wird dazu führen, dass mehr solche Dinge passieren, dass Menschen weniger integriert sind und auch das sind Milchmädchenrechnungen, dass man damit was einspart weil die Folgekosten... sind viel höher.

00:15:33: und unsere Pflicht ist einfach, dass wir allen Menschen ermöglichen.

00:15:36: Dass sie auf die Schule gehen können, dass sie was lernen können und dann auch Berufe haben mit denen Sie ... Geld verdienen können.

00:15:43: Es geht sogar noch weiter, finde ich.

00:15:44: Sie müssen nicht nur auf die Schule gehen können sie müssen sich auch auf die schule konzentrieren können.

00:15:48: Sie müssen auch eine Möglichkeit haben Nicht auf ihre geschwister aufpassen zu müssen weil die Eltern in mehreren Jobs arbeiten und keine zeit Haben sie nachmittags oder abends zu betreuen Und so weiter und sofort.

00:16:01: also mit so einer märchen von chancengleichheit werden wir nicht anfangen Können zu sagen ja also gerade durch die chancen ungleich Und durch die Schere von Arm und Reich ist natürlich schnelles Geld, Kriminalität und Klangkriminalität sehr viel einfacher als Antwort zu finden.

00:16:21: Als wenn man sagt ich habe die Möglichkeit mich auf mich zu konzentrieren und mich auszubilden um mir meine Zukunft zu erträumen.

00:16:29: Dann kommen wir jetzt zum Hamburg-Knege.

00:16:32: Amelie Du stellt es die erste Frage.

00:16:35: Okay, meine erste Frage ist.

00:16:37: Darf man an den Landungsbrücken mitten im Weg stehen bleiben um ein Foto zu machen?

00:16:42: Für mich erstmal mit meinem ADHS muss ich sagen, man darf immer überall einfach stehen bleiben weil andersherr, anders wüsste ich gar nicht wie ich durch die Stadt komme.

00:16:55: aber ich freue mich natürlich wenn ich und Die Menschen um mich herum ist besser hinkriegen würden auf die Menschen, um sich herum zu achten.

00:17:05: Also ich dagegen bin... Ich gehe noch ein bisschen weiter.

00:17:07: Ich bin überhaupt nicht dafür dass wir in einem gleichmäßigen Strom über Brücken gehen müssen und stehen zu bleiben.

00:17:15: Und ich finde es aber auch interessant das quasi der öffentliche Raum gestört wird durch eine Person, die eben nicht in dem Strom bleibt.

00:17:23: Also den Stehenbleiber der Produkte macht oder die Luft guckt oder zu tauben oder zu den großen Containern irgendwas schiffen, die gerade vorbeifahren.

00:17:30: und ja also ich finde auf jeden Fall kann man auch stehen bleiben.

00:17:34: klar

00:17:35: länger stehen bleiben lange stehen bleiben sich alles anzugucken.

00:17:39: Ich glaube Der Moment des spontanstehenden Bleibens direkt nachdem man eine Bahn verlassen hat, weil man nicht weiß in welche Richtung man laufen muss kann zu Auffahr- und Fällen führen.

00:17:56: Daniel, du liest die zweite Frage vor.

00:17:59: Darf man sich als Anwohnende auf dem Kiez über zulaute Musik beschweren?

00:18:05: Ja meine Güte!

00:18:07: Wenn es viel zu laut ist warum nicht?

00:18:09: aber das ist wahrscheinlich ziemlich unsinnig.

00:18:12: Wenn man sehr geräuscheempfindlich ist, solltet ihr lieber nicht auf dem Kiez wohnen.

00:18:16: Ich muss sagen ich habe da sehr strong feelings zu.

00:18:19: Weil ich erinnere dass als ich angefangen hab als Straßenmusiker habe ich wahnsinnig viel aufm Schulterblatt gespielt Und habe damit mein Geld verdient und hab missnachts vor vielen, vielen Menschen gespielt.

00:18:31: Wir haben eine wundervolle Zeit gehabt also miteinander.

00:18:34: Irgendwann kam so ein Kipppunkt wo immer spätestens um zwanzig Uhr jemand die Polizei gerufen hat und es war einfach vorbei.

00:18:41: Seitdem ist die Straßenmusik auch aus der Schanze verschwunden nach und nach und verschwindet immer weiter aus Hamburg.

00:18:49: Man merkt das Leute in Viertel ziehen wegen dem Gefühl was das vermittelt und es dann kaputt machen.

00:18:57: Und da bin ich gar kein Fan von, ich finde man muss auch den Charme eines Stadtteils aushalten!

00:19:05: Ich habe jetzt natürlich eher ein so super wummernde wahnsinnig laute Musik aus dem zweiten Stock gedacht.

00:19:10: Straßenmusik bin ich auch ganz dafür dass die stattfinden darf.

00:19:15: Ja, ich habe das auch immer mal wieder mit Nachbarn.

00:19:17: Wo ich denke es ist Samstag, Bro!

00:19:19: Ich will schlafen und so.

00:19:20: aber dann im nächsten Moment denke ich irgendwie wirst du durchkommen.

00:19:24: Das wäre voll selbst wenns Momat.

00:19:29: Wir kommen zu unserer Abschlussrubrik der letzte Satz.

00:19:33: Ihr antwortet also beide in einem Satz Welcher Hamburger Stadtteil wird eurer Meinung nach völlig unterschätzt?

00:19:46: Habo kennt eigentlich, glaube ich, wenn wir in Hamburg wohnen fast gar nicht hinkommen.

00:19:50: Wenn da nicht die Sammlung Falkenberg wäre wegen der man da also ich zumindest sehr regelmäßig hinfährt und das

00:19:57: ist superinteressanter

00:19:58: Stadtteil finde ich.

00:19:59: Und ich glaube, ich würde den sonst gar nicht kennen.

00:20:01: Da sieht man auch was Kunst anrichten kann?

00:20:04: Ich weiß es ehrlich gesagt nicht.

00:20:06: Also ich bin ja ursprünglich aus Bergdorf so die Ecke Boberg.

00:20:12: Das würde ich nicht als Unterschätzung bezeichnen Und sonst war ich mein Leben lang eigentlich immer in diesem Dreieck aus Schanze, St.

00:20:24: Pauli und Ordnissen unterwegs also zumindest zum Wohnen und habe mich da nicht viel raus bewegt.

00:20:30: Ich hab' immer wieder das Gefühl dass Hamburg es in seiner Stadtplanung ein bisschen verpasst hat viele kleinere Kiezel zu schaffen und dass man irgendwie alles zieht sich so zu einem Ort um zb zu feiern oder in Restaurants zu gehen.

00:20:45: aber Ich sag einfach mal in Munzburg.

00:20:49: Ganz uneigennützig!

00:20:51: Es ist freundlich und kompetent.

00:20:53: jetzt, dass du eine ganz coole Kneipe fährst zu dir kennst.

00:20:57: Ja ja, da hab ich auch schon gespielt.

00:21:00: Also

00:21:02: das war Ansichtssache Hamburg mit Amelie Deufelhardt und Daniel Schitter.

00:21:06: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:21:07: einen schönen Oktober und bis zum nächsten Mal.

00:21:09: wir freuen uns schon sehr auf die neue Folge mit euch im

00:21:15: November.

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